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Vorarlberger Wirtschaft stellt Exportstärke unter Beweis

LH Wallner, LR Tittler und WK-Präsident Metzler informieren über Außenhandelsbericht für erstes Halbjahr 2021: „Exportzuwachs in nie dagewesener Größenordnung“.

Von der Landesstelle für Statistik ist für das erste Halbjahr 2021 ein Außenhandelsbericht der Rekorde vorgelegt worden. Davon beeindruckt zeigen sich Landeshauptmann Markus Wallner und Wirtschaftslandesrat Marco Tittler sowie der Präsident der Vorarlberger Wirtschaftskammer, Hans Peter Metzler, in einer gemeinsamen Stellungnahme. Erstmals in der Geschichte sind in den ersten sechs Monaten eines Jahres Güter bzw. Waren sowie Dienstleistungen im Gesamtwert von über 6,13 Milliarden Euro ausgeführt worden. Gegenüber der ersten Jahreshälfte 2020 entspricht das einem satten Plus von 25,9 Prozent, so Wallner: „Ein Exportzuwachs in nie dagewesener Größenordnung und auch bundesweit die absolute Spitzenposition“. Im österreichweiten Schnitt wurde ein Anstieg von „lediglich“ 17,3 Prozent registriert.

Die beachtliche Steigerungsrate sei umso bemerkenswerter, weil Vorarlberg in der ersten Jahreshälfte 2020 mit einem pandemiebedingten Minus von über acht Prozent bei den Ein- wie auch bei den Ausfuhren verglichen mit vielen anderen Ländern noch relativ glimpflich davongekommen war, erinnert der Landeshauptmann: „Vor diesem Hintergrund ist die Exportleistung unserer Unternehmen noch beeindruckender“. Mit dem 25,9-prozentigen Zuwachs bei den Ausfuhren konnte sich Vorarlberg bundesweit an die Spitze setzen.

Unter Österreich-Schnitt bei Einfuhren
Mit einem Plus von 19,9 Prozent bei den Einfuhren (im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020) bewegt sich Vorarlberg knapp unter dem österreichweiten Durchschnitt von 22,9 Prozent. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten 2021 Güter bzw. Waren sowie Dienstleistungen in Gesamthöhe von über 4,4 Milliarden Euro importiert, was ebenfalls bisher einem absoluten Höchststand entspricht.

Rekord-Handelsbilanzüberschuss
Aus der Gegenüberstellung von Warenaus- und -einfuhr ergibt sich die Handelsbilanz einer Volkswirtschaft. Von der Vorarlberger Wirtschaft werden seit jeher deutlich mehr Waren und Güter exportiert als importiert. Mit einem erwirtschafteten Überschuss von knapp 1,7 Milliarden Euro ist das Ergebnis der Vorarlberger Handelsbilanz in der ersten Jahreshälfte 2021 besonders deutlich ausgefallen, berichtet Wirtschaftslandesrat Marco Tittler: „Dieser Handelsbilanzüberschuss übersteigt alle Spitzenwerte der vergangenen ersten Halbjahre und lässt sogar jenen von 2017 weit hinter sich“. Verglichen mit dem Vorjahreshalbjahr 2020 fiel der Überschuss gleich um 44,8 Prozent höher aus.

„Großartiger Kraftakt“
Den jüngsten Bericht über den Vorarlberger Außenhandel wertet Tittler deshalb als „großartigen Kraftakt der heimischen Exportwirtschaft“. Für den Erfolg hauptverantwortlich sei die „konsequente Qualitätsorientierung“, der man sich hierzulande in besonders starkem Maße verpflichtet fühle, würdigt der Wirtschaftsreferent den Anspruch der tüchtigen Mitarbeitenden auf der einen und der umsichtigen Unternehmerpersönlichkeiten auf der anderen Seite.

Die verschiedenen Rekordwerte würden zudem belegen, dass sich nicht nur die Produkte aus Vorarlberg großer Nachfrage erfreuen, sondern sich auch die heimischen Unternehmen auf den internationalen Märkten mit Bravour durchsetzen können und absolut konkurrenzfähig sind, bekräftigt der Landesrat: „Das spricht auch für gute Rahmenbedingungen bei uns im Land“. Hier werde man von Landesseite engagiert weiterarbeiten, versichert Tittler mit Blick etwa auf die intensiven Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung oder bei der Fachkräfteausbildung. Die erfreulichen Exportzahlen sind mit einem sehr dynamischen Wirtschaftswachstum verknüpft, fasst der Landesrat zusammen: „Eng mit den Exportzahlen verbunden sind zahlreiche Arbeitsplätze wie auch der Wohlstand in unserem Land“. 

Spitzenposition trotz anhaltender Herausforderungen
Auf die enorme Bedeutung der Außenwirtschaft weist auch Hans Peter Metzler als Vorarlberger Wirtschaftskammer-Präsident hin: „Die Vorarlberger Exportwirtschaft trotzt weiter der Corona-Krise“. Den Betrieben wurde große Flexibilität abverlangt, um Geschäftspartner zu halten, Auslandsmärkte weiterhin zu betreuen und Neuaufträge an Land zu ziehen. Metzler: „Mit der großartigen weltweiten Unterstützung durch unsere AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA ist das trotz Unterbrüche der internationalen Lieferketten, dem Klimawandel oder einem latenten Rohstoff- und Fachkräftebedarf hervorragend gelungen“.

Möglich wurde dies durch eine Stärkung der Widerstandsfähigkeit und Unabhängigkeit der strategischen Wertschöpfungsketten. Die Exporterfolge der heimischen Unternehmen sind laut Präsident Metzler direkt auf deren Innovationskraft zurückzuführen. Green Technologies etwa würden sich immer mehr als Wachstumsmotor für die österreichische Wirtschaft erweisen. Auch die Start-up-Szene setze verstärkt auf Auslandsaktivitäten.

Bemerkenswert sei das Plus von rund 25 Prozent beim wichtigsten Markt Deutschland, aber auch die Steigerung von 31 Prozent nach Großbritannien zeige, wie man sich vom Brexit-Effekt erholen konnte. Metzler: „Mit dieser außerordentlichen ersten Jahreshälfte deutet vieles auf ein absolutes Rekordjahr 2021 hin, weit über der bisherigen Allzeit-Bestmarke von 2019. Ich bin überzeugt davon, dass jede Krise neue Chancen schafft: Krisenzeiten sind Zeiten der Veränderung, der Innovation, des Neustarts. Durch neue Chancen und Impulse in neuen und altbewährten Märkten schaffen wir neues Wachstum und starten weltweit durch.“

Der exportstärkste Bereich bleibt die Gruppe der Eisen- und Metallwaren. Auf sie entfielen in der ersten Jahreshälfte 2021 Ausfuhren in Gesamthöhe von 1,69 Milliarden Euro. Das ist ein Plus gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 von stattlichen 28,8 Prozent. Das ist ein Plus gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 von stattlichen 28,8 Prozent. Hauptprodukte dieser Obergruppe sind Beschläge, Rohre, Profile aus Eisen, Stahl oder Aluminium, Behälter, Bleche und dergleichen. Die Kessel- und Maschinenindustrie war im ersten Halbjahr 2021 die zweitstärkste Branche Vorarlbergs und setzte Waren im Wert von rund 1,14 Milliarden Euro (+31,3 Prozent) um. Waren im Gesamtwert von 708 Millionen Euro (+29 Prozent) hat die Nahrungs- und Genussmittelindustrie im Ausland verkauft. 

Wichtigste Absatzmärkte
Der mit Abstand wichtigste Handelspartner Vorarlbergs war in der ersten Jahreshälfte 2021 wiederum Deutschland mit einem Exportvolumen von rund 1,7 Milliarden Euro (+24,8 Prozent) und einer Einfuhrsumme von rund 1,600 Milliarden Euro (+18,8 Prozent). Am Gesamtvolumen des Vorarlberger Exports hat Deutschland einen Anteil von 28 Prozent. Der zweitwichtigste Wirtschaftsraum für den Vorarlberger Außenhandel sind die Nachbarländer Schweiz und Liechtenstein. Die Exporte dorthin beliefen sich auf 781 Millionen Euro (+6,2 Prozent). Innerhalb der EU-27 ist Italien der zweitwichtigste Handelspartner. Dorthin gelangten 352 Millionen Euro (+31,3 Prozent) an Warenwert. Umgekehrt importierte Vorarlberg von dort Waren für 290 Millionen Euro (+35,6 Prozent). Insgesamt gehen in die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union knapp 60 Prozent der Vorarlberger Exporte. In der ersten Jahreshälfte waren es Waren im Wert von über 3,65 Milliarden Euro (+29,6 Prozent zum 1. Halbjahr 2020).



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