Tourismus
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Aussagen des ÖGB sind nicht konstruktiv!

Die Branchenvertreter des Tourismus in Vorarlberg erwarten sich statt „Negativ-Bashing" über die Medien mehr Unterstützung von Seiten der Gewerkschaft.

„Wenn wir weitere Verbesserungen in der Branche für unsere Mitarbeiter:innen herbeiführen wollen, muss es mehr konstruktive Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften geben. Regelmäßige Kritik am Tourismus bringt uns nicht weiter“, reagiert Tourismus-Spartenobmann Markus Kegele auf die jüngsten Aussagen von Vorarlbergs ÖGB-Chef Reinhard Stemmer.

Kegele: „Wir brauchen flexiblere, modernere Arbeits- und Entlohnungsmodelle, Ausbildungsangebote und Anreize für jegliche Art von Quereinsteiger, leichtere und schnellere Arbeitsbewilligungen für Drittstaatenbewerber, bessere und modernere Arbeitszeiteinteilungen und mehr Wertschätzung für die Arbeit im Tourismus generell. Also viele Schrauben, an denen wir drehen müssen. Hier ist die Bundesregierung gefragt. Anstatt permanent auf uns draufzuhauen, sollte die Gewerkschaft uns hier vielmehr zur Seite zu stehen.“

Steuerfreie Wochenendstunden

Der Zuger Hotelier Joschi Walch spricht konkret eine Unterstützung der Gewerkschaft bei der Lohnnebenkostensenkung an: „Mitarbeiter:innen, die am Wochenende arbeiten, sollten belohnt und nicht bestraft werden. Wochenendstunden müssen endlich steuerfrei sein“, sagt Walch. Das sollte für alle gelten, die am Wochenende das System im Land hochhalten.

Steuerliche Erleichterungen

Den Generalvorwurf schlechter Arbeitsbedingungen, langer Arbeitszeiten, niedriger Löhne und unzureichende Work-Life-Balance kann Johannes Pfefferkorn, Hotelier in Lech, nicht stehen lassen. „Ja, der Tourismus ist speziell, hat besondere Arbeitszeiten, ohne die den Gästen die gewünschte Leistung nicht erbracht werden kann. Aber es gilt auch die Vorteile von diversen Sachbezügen wie Kost und Logis zu sehen. Hier wäre steuertechnisch definitiv mehr drin. Zudem gibt es klare kollektivvertragliche Vereinbarungen. Viele Betriebe im Land würden aber darüber hinaus entlohnen.“

Erst 2018 wurde auf Initiative der Wirtschaftskammer der Sachbezug für Dienstwohnungen bis zu einer bestimmten Größe  abgeschafft.  Darüber gibt es ihn aber weiter. „Auch da gehört er endlich abgeschafft“, unterstreicht Spartenobmann Markus Kegele. 

Mehr Zusammenarbeit

Hotelier Pfefferkorn wünscht sich ebenfalls, dass mehr gemeinsam an den Herausforderungen für die Branche und deren Mitarbeiter:innen gearbeitet wird. Nur dann wären weitere Vorteile für die Mitarbeiter:innen möglich. In diesem Zusammenhang hoffe man auch auf konstruktive Mitarbeit der Gewerkschaft. Anstatt die Branche schlecht zu reden, werde es nötig sein, dass sich alle Entscheider an einen Tisch setzen und Lösungen finden. 

Tourismuskasse: Teuer und bürokratisch

Von der von Stemmer angesprochenen Tourismuskasse hält Spartenobmann Kegele nichts: „Wir kennen die Details der Tourismuskasse, das kostet nur und hilft uns nicht einen Millimeter weiter. Das wäre ein weiteres teures, bürokratisches Modell, mit dem ein nicht existentes Problem gelöst werden soll. Für Beschäftigte würde sich bei Urlaubsansprüchen nichts ändern, außer die auszahlende Stelle. Da steigen die Lohnnebenkosten, nicht aber die Nettolöhne. Und wir wollen genau das Gegenteil“, betont Kegele.

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