Präsident Hans Peter Metzler
© Frederick Sams

„Schweiz schottet sich ab – gute Nachbarschaft sieht anders aus“

Sollte die Herabsetzung bzw. Abschaffung der 300-Franken-Freigrenze beschlossen werden, hätte dies starke Auswirkungen auf die Vorarlberger Handelslandschaft: „Gerade unseren Händlerinnen und Händlern in den grenznahen Regionen würde ein wichtiger Teil der Kaufkraft genommen werden. Diese gilt es zu schützen“, erklärt WKV-Präsident Hans Peter Metzler.

Man habe über Jahre ein gutes Einvernehmen mit der Schweiz und erhoffe sich daher, dass es vor einem Beschluss, der weitreichende Konsequenzen für Vorarlberg mit sich brächte, noch Gespräche auf allen Ebenen dazu gibt, führt Hans Peter Metzler aus.

Dass Schweizer:innen zum Einkaufen nach Vorarlberg kommen, ist kein neues Phänomen, sondern bringt seit Jahren zusätzliche Kaufkraft ins Land. „Die Vorarlberger Händler haben sich auf die Wünsche und Vorlieben der Schweizer Kundinnen und Kunden eingestellt und überzeugen mit bestem Service und Qualität“, weiß Carina Pollhammer, Obfrau der Sparte Handel, und führt aus: „Das ist einer der Gründe, warum unsere Nachbarn so gerne bei uns Einkaufen.“ Die steuerlichen Vorteile sind sicher auch ein wichtiger Aspekt und ein deutliches Herabsetzen der Freigrenze würde manche Schweizer Kunden sicher abhalten und massive Umsatzeinbußen gerade in grenznahen Regionen mit sich bringen, sagt Pollhammer. Dabei geht es nicht nur um Verringerung der steuerlichen Ersparnis, sondern um den hohen bürokratischen Aufwand an den Grenzen, der abschreckende Wirkung haben wird. 

Mit den zusätzlichen Abfertigungen würden die ohnehin enormen Staus an den Grenzen deutlich zunehmen. Vor Corona gab es rund eine Million Austrittsbestätigungen im Jahr an den Grenzen. Käme nun eine Steueranmeldung auf Schweizer Seite hinzu, würde dies das jetzt schon fragile Verkehrssystem zusätzlich belasten. Das träfe die Bevölkerung vor allem rund um die Grenzübergänge Lustenau und Feldkirch-Tisis „Wie sich am Beispiel Wolfurt zeigen lässt, ist für den Schweizer Zoll schon die Güterabfertigung personell schwer zu bewältigen. Es gilt zuerst diese Hausaufgaben zu machen, bevor über weitere Steueranmeldungen/-verschärfungen nachgedacht werden kann. Hierzu wird es auf jeden Fall noch Gespräche auf allen Ebenen geben müssen“, betont WKV-Präsident Hans Peter Metzler.

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