Baumstämme
© GettyImages

Interreg-Projekt „Holzkette“

Die holzverarbeitenden Betriebe in Vorarlberg importieren 60% ihres Rohstoffes Holz für die weitere Bearbeitung. Dies ist einigermaßen verwunderlich, zumal Vorarlberg ausreichend Holz- bzw. Waldvorräte besitzt und den jährlichen Holzzuwachs nur zu ca. zwei Drittel nutzt. Dies war nicht immer so. Aus regionalwirtschaftlicher Sicht ist hier eine Fehlentwicklung eingetreten. Bei der Suche nach Ursachen stößt man auf eine gravierende Lücken in der Holzverarbeitungskette. 

Eine grenzüberschreitende institutionelle Zusammenarbeit soll die lokale Verarbeitungskette stärken, den CO2-Ausstoß reduzieren und durch Digitalisierung die Effizienz steigern. Mit dem geplanten Projekt werden Forstwirtschaftsbetriebe und Holzverarbeitungsunternehmen entlang der Wertschöpfungskette im Grenzraum Österreich, Bayern und Baden-Württemberg zur verstärkten Zusammenarbeit für Holz der kurzen und emissionsoptimierten Wege animiert.  Durch die Einbindungen der relevanten Stakeholder (Waldbesitzerzusammenschlüsse, Forstbetriebe, Transportlogistik und holzverarbeitende Industrie) in den Prozess soll die regionale Wertschöpfungskette Holz intensiviert, gleichzeitig Transportwege eingespart und damit verbundene klimawirksame und gesundheitsschädliche Emissionen reduziert werden.

Ziel des Projektes:

  • Grundlagen schaffen, um Unternehmen und Betriebe entlang der Wertschöpfungskette verstärkt in die Nutzung digitaler Instrumente und Geodaten einzubinden, regionale Zusammenarbeit losgelöst von Ländergrenzen zu etablieren und damit Transporte zu reduzieren. Mit der gezielten Unterstützung der Betriebe in der Digitalisierung und der digitalen Erfassung der Stoff- und Warenströme - mit dem Ziel eines Datenflusses ohne Medienbruch - wird die Effizienz in der Bestandsführung bzw. emissionsarmen Beschaffung in der gesamten Wertschöpfungskette Holz optimiert und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert.
  • Stärkung und erleichterte Implementierung eines Umweltlabels (wie z.B. Holz von Hier) in Förderrichtlinien der öffentlichen Fördergeber in den jeweiligen Ländern, Landkreisen oder Gemeinden. Durch die standardmäßige Implementierung von etablierten Herkunfts- oder Umweltlabels in öffentlichen Ausschreibungen soll ein nachhaltiger Effekt und verbindlicher Anreiz für mehr Regionalität auf Seiten der Wirtschaftsakteure erzielt werden.  

https://www.regio-v.at

Das bereits laufende Projekt Holzkette ist somit in größten Bereichen ident mit dem Dis.Kurs-Projekt „digitale Plattform Holz“. Um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden, beteiligt sich die  Wirtschaftskammer Vorarlberg am Interreg-Projekt Holzkette und unterstützt das Projekt.